facebook
offizieller_Club

WTCC Motorsport Event in Oschersleben

Am ersten Septemberwochenende 2009 stand Großes auf dem Programm: BMW Motorsport hatte über das BMW Club Office die BMW Clubs zum WTCC Rennen (World Touring Car Challenge) nach Oschersleben in der Magdeburger Börde eingeladen. Diese Einladung gab es bereits 2008 in ähnlicher Form, allerdings kam sie damals für uns so spät, dass nur wenige Teilnehmer vom Z3 roadster Club gefolgt sind. 2009 sah das ganz anders aus: Mit 14 Personen und 8 Fahrzeugen bildeten wir eine stattliche Gruppe. Bei den anderen Clubs war die Resonanz in diesem Jahr leider nicht so groß.

bild 1 bild 2 bild 3

Die Anfahrt am Freitag gestaltete sich für viele schwierig, Stau und teilweise schlechtes Wetter dominierten die Fahrt. Unser Hotel in Magdeburg, direkt am Flugplatz gelegen, war dagegen auch von der Autobahn gut und schnell zu erreichen. Ein gemütlicher Empfang und gutes Essen sorgten für hervorragende Stimmung. Überrascht waren wir allerdings darüber, dass die Flugschule nicht am Flugplatz, sondern in der Hoteltiefgarage beheimatet war, wo wir unsere zum Teil noch extra frisch gewaschenen Zettis eingeparkt hatten. Eine Menge von Schwalbennestern sorgte für regen Luftverkehr, bei dem natürlich auch - wie der Tiefgaragenboden bewies - öfter etwas runter fällt. Aufgrund arger Bedenken, ob der Zettilack dem gewachsen ist, ergriff unser stets perfekt vorbereitete Tourorganisator Udo Kropeit die Initiative. Er holte alle Schwalben zum Briefing und erklärte mit erhobenen Zeigefinger: "Auf Zettis wird nicht gesch...!" Es ist unglaublich aber wahr. Die Schwalben hielten sich dran, und nicht ein einziger Zetti wurde beschmutzt. Das nenne ich perfektes Zusammenspiel.

bild 4 bild 5 bild 6

Erfreut stellten wir fest, dass ein großer Teil der BMW Teams auch in unserem Hotel untergebracht waren. Damit war die Atmosphäre schon beim Frühstück voll auf Rennsport eingestimmt. Voller Vorfreude starteten wir nach kurzem Briefing zur Rennstrecke, wo wir schon vom Club Office erwartet wurden. Nur die Parkplatzordner haben offenbar erstmalig vom Z3 roadster Club gehört, wodurch kurz etwas Konfusion aufkam. Schnell konnte jedoch Dorothee Grau vom Club Office den Prinzipien reitenden Aufseher beruhigen, so dass wir unsere Schätzchen besucherwirksam in einer Reihe an der Hauptzufahrt der Rennstrecke abstellen konnten. Dann gab es für jeden ein Präsent von BMW Motorsport. Poster, Fankarten der Fahrer, ein Buch und einige Zeitschriften als Infomaterial, und natürlich die Eintrittskarte wurden uns von den Damen vom BMW Club Office überreicht. Dann machten wir noch ein Gruppenfoto und sprachen den weiteren Zeitplan durch. Wichtig für uns war natürlich das "Meet and Greet" mit den BMW Rennfahrern der WTCC am Samstagmittag vor dem Qualifying. Bis dahin nutzten wir die Zeit, um die Rennstrecke zu erkunden.

bild 7 bild 8 bild 9 bild 10 bild 11 bild 12 bild 13 bild 14 bild 15

Augusto Farfus und Jörg Müller nahmen sich richtig viel Zeit für die BMW Clubmitglieder. Ganz locker sprachen sie über ihre Einschätzungen zum Rennen und das Risiko, das die angekündigten Wetterkapriolen mit sich bringen könnten. Nur wenige Minuten später bewahrheitete sich dieses leider, denn aufgrund einer unglücklichen Reifenwahl bei wechselnden Streckenverhältnissen landeten die favorisierten BMW Piloten bestenfalls im Mittelfeld.

bild 16 bild 17 bild 18

Im Anschluss an das "Meet and Greet" wurden unter den Teilnehmern noch drei Taxifahrten mit BMW Werkspiloten verlost. Und unsere Gruppe hatte richtig Losglück! Zwei der drei Fahrten zogen Mitglieder des Z3 roadster Clubs. Nachdem im letzten Jahr schon Udo zu dem Gewinnern zählte, waren diesmal Gerald Engel und ich die Glücklichen, die am Abend jeweils zwei Runden im Renntempo als Beifahrer von Jörg Müller um die Strecke jagen durften.

bild 19 bild 20 bild 21

Im Vorfeld mussten wir noch einen Haftungsverzicht unterschreiben. "Ich bin körperlich vollständig gesund." Hmmm... Was sagt meine lädierte Wirbelsäule wohl zu so einem Ritt? "Ich bin im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte" Hallo? Ich plane gerade zu einem richtigen Rennfahrer mit ins Rennauto zu steigen. Ich kann gar nicht im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte sein! Egal, ich will mit, also wird unterschrieben. Rennoverall, Helm und feuerfeste Sturmhaube wurden von BMW gestellt.

bild 22 bild 23 bild 24

Als erstes war Gerald dran. Das in sein Gesicht einzementierte Grinsen beim Aussteigen sprach Bände. Nachdem ich mich - wie im nach hinein festgestellt - völlig unprofessionell in den Rennwagen gefaltet hatte, wurde ich von einem Teammitglied festgeschnallt. Auch da stellte sich raus: Ich bin einfach zu groß für dieses Auto! Dann ging der Höllenritt los. Meine Gedanken lassen sich wie folgt beschreiben: "Jörg, da kommt eine Kurve. Ich würde jetzt bremsen! - Ich würde jetzt wirklich bremsen!!! - Jetzt würde ich nicht mehr bremsen, es ist eh zu spät..." Ich sah uns schon am anderen Ende des Kiesbetts an der Leitplanke, da haute Jörg Müller die Bremse rein, dass meine Arme, Beine und Kopf nach vorne flogen. Festhalten war zwecklos, hier musste man sich voll auf den Gurt verlassen. Abenteuerlich waren auch die Überholmanöver während der kurzen Fahrt. Wir flogen in einem schnellen Linksbogen auf ein deutlich langsameres Fahrzeug zu. Jörg stand voll auf dem Gas. Meine Gedanken: "Ähhh, Jörg, nach dem Linksbogen kommt eine scharfe Rechtskurve, da ist kein Platz mehr zum Überholen." Jörg stand immer noch voll auf dem Gas. "Die hintere Stoßstange ist nur wenige Zentimeter von unserer vorderen entfernt, und wir sind viel schneller! Auch wenn das Auto nicht mir gehört, ich habe Angst um die schöne Stoßstange. Das gibt doch Kratzer!" Jörg stand immer noch voll auf dem Gas. In gefühlt letzter Sekunde scherte der Wagen vor uns nach links aus, und Jörg schoss förmlich gerade dran vorbei, genau passend, um die Bremsung für die anschließende Rechtskurve einzuleiten. Von außen betrachtet werden die Zuschauer wohl gelangweilt das absehbare Vorbeilassen zur Kenntnis genommen haben. Ich machte die Augen wieder auf...

Schlussendlich muss ich feststellen, dass es ganz schön schwierig ist, nach so einem Erlebnis mit dem eigenen Auto vernünftig zurück zum Hotel zu fahren. Mein 3,0i ist halt doch ein verdammt langsames und unsportliches Fahrzeug. - Hiermit möchte ich mich für diese Beleidigung bei meinem Zetti entschuldigen! Ich war ja nicht im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte.

Einige unserer Gruppe nutzten übrigens noch die Gelegenheit, sich das Rockkonzert mit Sarah Connor, Milow und Reamonn anzuhören. Immerhin waren unsere Eintrittskarten auch hierfür gültig, und so ein Konzert mit namhaften Künstlern ist eine willkommene Ergänzung zu den Rennen. Die Teilnehmer des Z3 roadster Clubs gelangten jedoch schnell zu der Erkenntnis, dass das Konzert zu lange dauert, wenn man am nächsten Tag, immerhin dem Haupttag der Veranstaltung, an dem auch diverse Rahmenrennen stattfinden, noch etwas haben möchte.

bild 25 bild 26 bild 27

Der Rennsonntag erfüllte dann auch die Erwartungen der Fans. Wir waren uns darin einig, dass die Tourenwagenrennen, angefangen von der "Trofeo Abarth 500 Europa", der Mini Challenge, über den Seat Leon Eurocup bis zur WTCC, die spannenderen Rennen sind. Die beinharten Zweikämpfe, das Fahren mit den Autos auf Kontakt, und die vielen Überholmanöver machen gerade diese Rennen für den Zuschauer vor Ort besonders spektakulär. Die Rennen mit Formel-Fahrzeugen, bei denen die Fahrer aufgrund der freistehenden Räder natürlich jede Berührung mit anderen vermeiden, wirken dagegen eher wie langweilige Prozessionszüge. Wir wurden eines besseren belehrt, als sich plötzlich ein über 400 PS starker Formel 2 Wagen direkt vor der West-Tribüne, wo wir saßen, nach einer Kollision mit einem anderen Fahrzeug überschlug. Der Fahrer stieg glücklicherweise unverletzt aus. Spätestens da waren wir alle wieder wach, und wir verfolgten ab da auch die Formel Rennen mit der gebührenden Aufmerksamkeit.

bild 28 bild 29 bild 30

Bei der Mini Challenge fuhr übrigens als Gastfahrer der berühmte Fernsehkoch Tim Mälzer mit. Das war also so eine Art schnelle Form von "Essen auf Rädern". Es ging um die Wurst. Wir mussten jedoch mit ansehen, wie sich Tim von den anderen Fahrern die Butter vom Brot nehmen ließ. Irgendwie ließ er an dem Wochenende doch zu viel anbrennen, so dass es über ein ehrenhaftes olympisches "Dabei sein ist alles" nicht hinausging. Im Ziel angekommen ist er aber, und wer weiß, wie wir uns an seiner Stelle geschlagen hätten. Also Tim: Gut gemacht. Weiter so!

bild 31 bild 32 bild 33

Die beiden WTCC Rennen gingen übrigens am Schluss gut für die BMW Piloten aus. Im ersten Rennen gab es wie erwartet eine Menge verbogenes Blech im Mittelfeld. Jörg Müller schied dadurch leider aus. Augusto Farfus fuhr mit einem optisch arg ramponierten Auto aber noch gut in die Punkte und sicherte sich gleichzeitig eine gute Startposition für das zweite Rennen, bei dem die ersten acht Fahrer aus dem ersten Lauf in umgekehrter Reihenfolge starteten. Der Gewinner des ersten Rennens war der BMW Fahrer Andy Priaulx, der völlig überraschend von weit hinten an allen Unfällen vorbeifuhr und sich schnell an die Spitze setzte. Im zweiten Rennen gewann dann souverän Augusto Farfus vor Andy Priaulx. Jörg Müller kam von ganz hinten immerhin auf den guten vierten Platz. Insgesamt war es also ein erfolgreiches Wochenende für BMW, das die anwesenden Führungspersonen Dr. Mario Theissen und Entwicklungsvorstand Dr. Klaus Dräger sichtlich freute.

bild 34 bild 35 bild 36

Auch die anwesenden des Z3 roadster Clubs Deutschland e.V. fuhren fröhlich wieder heim, in guter Erinnerung an das erlebnisreiche Wochenende. Großen Dank möchten wir BMW Motorsport und dem BMW Club Office für die großzügige Einladung, die tollen Geschenke und vor allem die nicht selbstverständliche Offenheit der Teams inklusive der Fahrer bei dem Event aussprechen. Damit wurde die Veranstaltung zu einem unvergesslichen Erlebnis! Es ist eben doch etwas anderes als wenn man nur so als Zuschauer zu einem Rennen fährt.

Und natürlich möchten wir uns auch ganz herzlich beim Tourorganisator Udo Kropeit bedanken! Ohne seinen beharrlichen Einsatz wäre dieser Event für den Z3 roadster Club wohl so nicht zustande gekommen. Wir hoffen alle, dass es nächstes Jahr eine Wiederholung gibt! Denn anders als bei der Fernsehübertragung bekommt man als Zuschauer der Rennen vor Ort ja keine Wiederholung angeboten. Deswegen freuen wir uns auf nächstes Jahr!

Martin Rehkate